Klinikverbund Südwest am Standort Herrenberg
Ob akute Beschwerden im Bauchraum, anhaltende Schmerzen nach einer Verletzung, Fragen zur Schwangerschaft oder der Bedarf an einer radiologischen Abklärung – in Herrenberg finden Patientinnen und Patienten schon heute schnelle und kompetente Hilfe.
Mit dem integrierten Gesundheitszentrum (IGZ), das im Mai 2026 in Betrieb gehen wird, wird dieses Angebot gezielt ausgebaut. Neue Fachrichtungen, eine stationäre Basisversorgung und moderne ambulante Strukturen stärken die Versorgung weiter und machen das IGZ zu einem Modellprojekt für zukunftsweisende Gesundheitsversorgung weit über die Region hinaus – damit medizinische Hilfe in Herrenberg auch morgen dort ist, wo sie gebraucht wird: bei den Menschen.
Schon heute arbeiten im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) des Klinikverbunds Südwest in Herrenberg etablierte Praxen aus Gynäkologie, Innere Medizin, Chirurgie und Radiologie eng zusammen und bieten ein breites Spektrum moderner Diagnostik und Behandlung – verlässlich und gut erreichbar. Das bedeutet: kurze Wege, schnelle Termine und eine fachkundige Versorgung direkt vor Ort.
Unser Zielbild
Der richtige Weg zur passenden Behandlung
Herrenberg ist und bleibt ein starker Gesundheitsstandort für die Region. Schon heute finden unsere Patientinnen und Patienten hier ein breites medizinisches Angebot. Mit der Weiterentwicklung zum integrierten Gesundheitszentrum wird dieses gezielt ausgebaut und an die sich wandelnden Bedürfnisse von Gesellschaft und Gesundheit angepasst.
Für Patientinnen und Patienten bedeutet das: schnellere Termine, mehr Fachrichtungen vor Ort und gut abgestimmte ambulante Untersuchungen und Behandlungen. Für leichtere Beschwerden bleibt eine stationäre Basisversorgung mit Betten speziell für die Versorgung von Palliativpatienten am Standort Herrenberg erhalten. Ist eine komplexere stationäre Behandlung erforderlich, erfolgt im Bedarfsfall die Weiterleitung reibungslos innerhalb des Klinikverbunds Südwest.
So entsteht in Herrenberg ein zukunftsweisendes Gesundheitszentrum – verlässlich, wohnortnah und bestens vernetzt.
Häufige Fragen
Die Medizinkonzeption 2030 wurde 2023 bewusst früh und vorausschauend beschlossen, um die medizinische Versorgung in öffentlicher Trägerschaft langfristig zu sichern. Seitdem haben sich die Rahmenbedingungen jedoch deutlich verändert – medizinisch, rechtlich, wirtschaftlich und personell.
Unter anderem:
• neue bundesweite Vorgaben zur Notfallversorgung (G-BA präzisiert Mindestvorgaben zu Strukturen Fachpersonal und Ausstattung auch für „Nicht-Teilnahme“ an den Notfallstufen)
• Rückzug der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) aus Teilen der ambulanten Notfallversorgung
• veränderter Fachkräftemarkt
• zunehmende Ambulantisierung
• weiter unklare Krankenhausreform
Diese Entwicklungen erfordern eine Fortschreibung der Medizinkonzeption, damit sie weiterhin realistisch, tragfähig und zukunftssicher bleibt.
Nein. Der KVSW hat frühzeitig gehandelt, während andere Verbünde auf die Bundesreform gewartet haben, die bis heute nicht greift. Ohne den Beschluss 2023 hätte der Verbund heute keine strategische Basis und noch weniger Handlungsspielraum.
Seit dem Beschluss der Medizinkonzeption 2030 wurden wichtige Fortschritte erzielt. Alle Standorte haben begonnen, die neuen Profile schrittweise umzusetzen und erste strukturelle Veränderungen greifen bereits:
• Verlagerung der Gefäßmedizin von Sindelfingen nach Leonberg zum 01.01.2024.
• Verlagerung der Gynäkologie und Geburtshilfe aus Calw im Rahmen des Gabelflugs zum 01.01.2025 nach Herrenberg und 2026 dann an den finalen Bestimmungsort nach Nagold.
• Seit Frühjahr 2025 Aufbau verbundweiter Fachzentren für Geriatrie, Radiologie und perspektivisch Neurologie mit Einstellung von geschäftsführenden Chefärzten mit umfassender Verantwortung
• Etablierung einer Sektion Interventionelle Neuroradiologie am Standort Sindelfingen und damit Einstieg in die interventionelle Schlaganfallversorgung.
• Erfolgreiche Fusion der drei Klinikgesellschaften zu einem Unternehmen und damit optimierte standortübergreifende Zusammenarbeit mit dem Ziel einer hochqualitativen Gesundheitsversorgung im Sinne der Patienten.
• Zur langfristigen Sicherung der wirtschaftlichen Stabilität und damit des Erhalts der öffentlichen Trägerschaft wurden seit 2023 bereits rund 35 Mio. Euro an wirtschaftlichem Verbesserungspotenzial realisiert. Diese Fortschritte werden derzeit noch durch externe Faktoren wie Energiepreise, Inflation und Tarifsteigerungen überlagert, zeigen jedoch erste Wirkungen. So wird für 2025 ein Jahresdefizit von rund 50 Mio. Euro prognostiziert und liegt damit deutlich unter den im Wirtschaftsplan erwarteten 63 Mio. Euro.
Damit hat der Verbund bereits wichtige Schritte in Richtung Zukunftsfähigkeit umgesetzt.
Herrenberg war bereits 2023 der Standort mit den größten strukturellen Herausforderungen. Die damaligen Kompromisse waren nur umsetzbar, weil bestimmte Voraussetzungen gegeben waren – insbesondere der Erhalt der KV-Notfallpraxis und der Betrieb einer 24/7-Notfallversorgung.
Beides ist heute nicht mehr möglich:
• Die KV führt die Notfallpraxis nicht fort.
• Neue gesetzliche Vorgaben (G-BA Regelungen zu Notfallstufen) machen eine 24/7-Notaufnahme personell und fachlich nicht erfüllbar.
• Patientenströme und Personalentwicklungen entsprechen nicht mehr den Prognosen von 2023.
Um den Standort langfristig zu sichern, müssen die Strukturen an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst werden.
Nein. Der Standort Herrenberg bleibt erhalten und wird ab dem 2. Quartal 2026 zu einem modernen integrierten Gesundheitszentrum (IGZ) weiterentwickelt.
Dort wird es weiterhin geben:
• 40 Betten internistische und allgemeinmedizinische Basisversorgung inklusive 4-6 Betten stationäre Palliativversorgung
• ein ambulantes OP-Zentrum
• 30 Betten geriatrische Rehabilitation (bevorzugt in Kooperation)
• 30 Betten Kurzzeitpflege (in Kooperation)
• Breites ambulantes Angebot und erweiterte MVZ-Strukturen mit zusätzlichen Facharztangeboten
• tagesambulante Notfallversorgung mit klarer Steuerung über Rettungsdienst, Leitstelle und digitale Patientenlotsen
Ja, selbstverständlich. Bei einem Notruf über 112, alarmiert die Integrierte Leitstelle immer das Rettungsmittel, das am schnellsten am Einsatzort sein kann. Das ist die goldene Regel im Rettungsdienst. Für das Obere Gäu bedeutet das, dass nicht nur die Wache in Herrenberg, sondern ein ganzes Netz von Rettungswägen zur Verfügung steht. Dazu gehören standardmäßig die Standorte Ehningen, Nagold, Wildberg, Ergenzingen und Calw. Dieses System hat sich seit Jahren bewährt. Daran ändert sich nichts.
Für schwere und zeitkritische Notfälle ändert sich praktisch nichts. Schon heute werden Patienten mit schweren Notfällen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder schweren Verletzungen direkt in die dafür spezialisierten Kliniken gefahren. Das Krankenhaus Herrenberg ist hierfür schon heute nicht die Zielklinik. Diese Fahrten gingen und gehen auch in Zukunft direkt nach Sindelfingen (später Flugfeld), Nagold, Calw oder Tübingen – je nach Krankheitsbild und schnellster Erreichbarkeit. Die Versorgung zeitkritischer und komplexer Notfälle auf höchstem medizinischem Niveau ist also weiterhin ohne Umwege gesichert.
Rettungswagen, die Patienten der Basisversorgung künftig zum Beispiel nach Sindelfingen statt nach Herrenberg bringen, sind länger gebunden. Die Leitstelle sorgt durch ein koordiniertes Management schon jetzt dafür, dass die räumliche Abdeckung mit Rettungsmittel in allen Bereichen des Landkreises gewährleistet ist.
Zudem wird der Standort Herrenberg gestärkt: Ab März 2026 wird die neue Rettungswache in Herrenberg in Betrieb gehen und dann auch nachts mit einem zweiten Rettungswagen besetzt sein. Dies erhöht die Verfügbarkeit vor Ort.
Bei lebensbedrohlichen Notfällen wie Bewusstlosigkeit, akuter Atemnot, starken Brustschmerzen oder schweren Verletzungen gilt: immer sofort die 112 wählen – ohne Zögern.
Für gesundheitliche Probleme, die nicht lebensbedrohlich sind, aber nicht bis zur nächsten Sprechstunde des Hausarztes warten können, gibt es den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117. Die richtige Nutzung dieser beiden Nummern hilft, den Rettungsdienst für die wirklich kritischen Einsätze freizuhalten.
In Herrenberg wird es weiterhin stationäre internistische und allgemeinmedizinische Versorgung geben, insbesondere für Patienten mit Indikationen wie z.B. Herzinsuffizienz, Atemwegserkrankungen, Infektionen, gastroenterologische Erkrankungen, geriatrische Syndrome, Flüssigkeits- und Elektrolytstörungen etc.
Die palliativmedizinische Versorgung bleibt klar erhalten, allerdings in einer Größe, die langfristig medizinisch und personell tragfähig ist: 4-6 Betten sind stationär für Herrenberg geplant - integriert in die internistische und allgemeinmedizinische Basisversorgung.
Folgende Bausteine stärken die wohnortnahe Versorgung in Herrenberg:
• geriatrische Rehabilitation (30 Betten) • Kurzzeit-/Übergangspflege (30 Betten) • ambulantes OP-Zentrum für den Verbund • weiteres Wachstum der MVZ-Strukturen • ambulante Hebammenpraxis • ambulante Facharztsprechstunden und -behandlungen inkl. Diagnostik
Damit entsteht eine umfangreiche und starke wohnortnahe Versorgung in hoher Qualität.
Für beides gibt es attraktive Kooperationsmodelle und potentiell interessierte Partner.
Die Nachfrage in der Region ist hoch. Der Standort hat ideale Voraussetzungen – deshalb ist die Umsetzbarkeit realistisch.
Alle Beschäftigten erhalten verlässliche Perspektiven im Verbund, viele werden weiterhin am Standort benötigt, einige erhalten Angebote für Versetzungsmöglichkeiten im Verbund oder Weiterqualifizierungen. Gleichzeitig entstehen neue Arbeitsfelder – insbesondere in der ambulanten Versorgung, im OP-Zentrum sowie in Reha- und Kurzzeitpflegebereichen. Ziel ist, die Mitarbeitenden aktiv einzubinden und stabile, langfristige Beschäftigungsperspektiven zu sichern.
Die Krankenhausreform des Bundes ist weiterhin nicht beschlossen und schafft keine Planungssicherheit. Zudem signalisiert die neue Bundesregierung keine Entlastungen für Klinikbetreiber, sondern weitere finanzielle Einschränkungen im Gesundheitssystem. Ein Abwarten kann sich der KVSW angesichts der zunehmenden Herausforderungen schlicht nicht leisten. Die Weiterentwicklung der Medizinkonzeption ermöglicht dagegen:
• vorausschauende Planung • Sicherheit für Mitarbeitende • Stabilität für Patientinnen und Patienten • wirtschaftliche Tragfähigkeit
Der KVSW handelt proaktiv – wie bereits 2023.
Die Anpassungen wurden zunächst im Aufsichtsrat beraten, anschließend in den beiden Fachausschüssen der Kreistage. Der endgültige Beschluss ist den Kreistagsgremien der Trägerlandkreise Böblingen und Calw vorbehalten.
Auch während der Umwandlung bleibt die medizinische Versorgung in Herrenberg stabil und zuverlässig. Patientinnen und Patienten können sich darauf verlassen, dass sie weiterhin gut betreut werden und die bestehenden Angebote uneingeschränkt nutzen können.